Bilder des verstorbenen Daimler-Benz Rennmonteuers Karl Bunz

Anlässlich der ersten Gewerbeschau in Bissingen-Teck, wurden Bilder des ehemaligen Rennmonteurs Karl Bunz ausgestellt. Dauerhaft hat er in unserem neuen Vereinsheim einen Ehrenplatz erhalten.

 

 

 

Bericht des Teckboten:

LEGENDE / Rennmechaniker hinterließ der Gemeinde Bücher und alte Fotos 

Das Vermächtnis des Karl Bunz

Testamentsvollstrecker Heinz Dangel erfüllte den letzten Willen des Daimler-Benz-Rennmonteurs Karl Bunz aus Bissingen und übergab Bürgermeister Wolfgang Kümmerle Bücher und Fotos.

Richard Umstadt

BISSINGEN „Für uns jungen Männer war Karl Bunz damals eine legendäre Figur in Bissingen“, erinnerte sich Rechtsbeistand Heinz Dangel, an den im Februar im Alter von 89 Jahren verstorbenen früheren Silberpfeil – Rennmonteur Karl Bunz.

Der gebürtige Bissinger hatte bereits 1988 testamentarisch verfügt, dass nach seinem Tod seine Bücher und seine Fotos von Rennen an die Seegemeinde gehen sollen. Diesen letzten Willen erfüllte Heinz Dangel dieser Tage als Testamentsvollstrecker.

Wäschekorbweise schaffte er rund 100 Bücher, 80 Fotos und verschiedene Zeitungsartikel in die Amtsstube von Bürgermeister Kümmerle. Die Bücher, darunter Werke über berühmte Silberpfeil-Rennwagen von Daimler-Benz, werden nach Sichtung einen Platz in der Ortsbücherei finden. Die Fotos will der Bürgermeister der Oldtimer- und Veteranen-Gemeinschaft zur Archivierung anbieten.

Bereits zuvor hatte das Historische Archiv von Daimler-Benz Interesse bekundet und Duplikate von den Fotos gezogen und wichtige Dokumente fotokopiert, um „Ein Stück Renngeschichte für die Nachwelt zu erhalten“.

Karl Bunz war während der Mercedes-Grand-Prix-Zeit für die Spitzenfahrer sachkundig und engagiert tätig. Beim großen Preis von Argentinien in Buenos Aires,  von Spanien in Barcelona sowie von Europa auf dem Nürburgring, gehörte der Bissinger Rennmonteuer zu jenem Team von Speziallisten, das dafür zu sorgte, dass oft während der Nacht herangebrachte Ersatzteile noch rechtzeitig bis zum ersten Probetraining in den Boliden eingeschweißt wurde.

Der Spitzenmechaniker betreute zum Beispiel noch die Renn-Asse Rudolf Caracciola und in Tripolis Hermann Lang, der einen souveränen Sieg beim letzten Grand-Prix-Rennen vor dem Zweiten Weltkrieg herausfuhr. Dabei wollte er ursprünglich zum Bereichs Bootsmotoren, nachdem er 1933 Arbeit bei Daimler gefunden hatte. Zuvor war er bei Dornier und in der Schweiz tätig.

„Wir haben ihn damals in Bissingen angestaunt wie ein Weltwunder“, erzählt Testamentsvollstrecker Heinz Dangel. Der Grund ist einleuchtend: Karl Bunz war ein Mann von Welt in einer Zeit, in der „Gewöhnliche“ die Grenzen des „Reiches“ nicht verlassen durften. Er aber war mit seinem „Lappa ond seim Spezialschlüssele“ auf den Rennstrecken der Welt zu hause.