NWZ NEUE WÜRTTEMBERGISCHE ZEITUNG
 Kreis Göppingen

 Veteranen auf Tour

Buchstäblich bei allerfeinstem Aprilwetter fand die 16. Bissinger Oldtimer-Rallye der Oldtimer-Veteranen-Gemeinschaft e.V. im Kreis Göppingen und Esslingen statt. Wohl dem, der ein Dach über den Kopf hatte.

Autor: SABINE ACKERMANN | 01.06.2010


 


 

"Und, passts?" Die Gleichmäßigkeits- und Geschicklichkeitsprüfungen in Hattenhofen waren für die Teilnehmer gar nicht so einfach. Foto: Daniel Kopatsch


 

Franz Abele aus Ellwangen fährt auf seiner NSU ZDB 125 aus dem Jahr 1949 auf das Prüfungsgelände in Hattenhofen. Von Helm tropft es herunter, die Brille ist beschlagen, seine schwarze Motorradkluft trieft vor Nässe. "Beim Deutschen Haus in Weilheim hat es wüst geregnet und zudem wars für die Jahreszeit viel zu kalt", meint der Veteran mit Leib und Seele. Obwohl der starke Regen am Samstag nie lange anhält, sind aufgrund der Menge die Straßen recht rutschig geworden. Nicht gerade optimale Bedingungen für die Freunde des Zweirads oder der "Oben-ohne-Automobile".

Um die 80 Fahrer aus einem Umkreis von bis zu 300 Kilometern haben sich bei der Rallye angemeldet, um mit ihren alten Lieblingen die beiden Landkreise Göppingen und Esslingen zu erkunden.

Doch nicht nur gewöhnliches Spazierenfahren ist angesagt. "Es müssen noch eine Zuverlässigkeitsfahrt sowie gar nicht so einfache Gleichmäßigkeits- und Geschicklichkeitsprüfungen abgelegt werden", sagt Karl Bezler aus Owen, der mit seinem Kollegen Bernhard Durst aus Dettingen die Abstände zwischen Hinterreifen und Brett notiert. Dabei muss jeder Fahrer mit einer Distanz von exakt einem halben Meter an dem Hindernis vorbeifahren. Jeder Zentimeter darüber oder darunter zählt einen Strafpunkt und minimiert natürlich die Aussicht auf das Siegertreppchen.

Die Teilnehmer werden in unterschiedliche Klassen wie Motorräder, Motorräder mit Seitenwagen, Autos, Lkw und Traktoren eingeteilt. Die ersten drei Gruppen müssen die knapp 50 Kilometer lange Rundstrecke von Bissingen, Ohmden, Hattenhofen, Gammelshausen, Auendorf, Mühlhausen, Weilheim bis hin zum Ausgangspunkt zweimal fahren. Maßgeblich spielt da auch das Alter des Vehikels eine Rolle. "Von uralt bis 1935, dann bis 1945, weiter geht es bis 1956 und zur letzten Gruppe zählen alle Zwei- oder Vierräder bis 1980", erklärt Organisationsleiter Rainer Bohner.

 

 

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